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Gottesdienste am 3. Sonntag nach Epiphanias (21.01.2024)
um 9 Uhr in Bollendorf und um 10:30 Uhr in Dahme

Akkordeon-Vorspiel

L: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
G: AMEN

L: Unsere Hilfe steht im Namens des Herren
G: der Himmel und Erde gemacht hat.
L: Der Herr sei mit euch.
G: und mit deinem Geist.

L: (Begrüßung, Vorstellung?),
Wochenspruch:
„Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ (Luk 13,29)

Eingangsgebet:
Herr meiner Stunden und meiner Jahre, - du hast mir viel Zeit gegeben. Sie liegt hinter mir und vor mir. Sie war mein und wird mein, und ich habe sie von dir. Ich danke dir für den Schlag der Uhr und für jeden Morgen, den ich sehe. Ich bitte dich nicht, mir mehr zu geben. Ich bitte dich aber um die Gelassenheit, jede Stunde zu erfüllen. Ich bitte dich, dass ich ein wenig von dieser Zeit freihalten darf für Stille, für das Spiel, ein wenig für die Menschen am Rande meines Lebens, die mich brauchen.

Ich bitte dich aber um die Sorgfalt, dass ich meine Zeit nicht töte, nicht leer vertreibe, nicht verderbe.

Jede Stunde ist für mich wie ein Streifen Land.

Ich möchte ihn aufreißen mit dem Pflug, ich möchte meine Liebe hineinwerfen, meine Gedanken und Gespräche, damit Frucht wächst:
segne du meine Tage und diesen Gottesdienst. (Stille)

EG 476: „Meine Hoffnung und meine Freude“

EG 329,1-3: „Bis hier her hat mich Gott gebracht“

EG BEL 704, BT 734, HN 705, KW 705, M 734, N 705, NB 705 , Ö 705, Ol 705, OV 705, P 705, R 705, RWL 705, S 705, W 705

Psalm 8

Was ist der Mensch, Herr, dass du dich seiner annimmst?

Herr, unser Herrscher,
wie herrlich ist dein Name in allen Landen,
        der du zeigst deine Hoheit am Himmel!

Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge
        hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen.

Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,
        den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:

was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
        und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott,
        mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.

Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk,
        alles hast du unter seine Füße getan:

Schafe und Rinder allzumal,
        dazu auch die wilden Tiere,

die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer
        und alles, was die Meere durchzieht.

Herr, unser Herrscher,
        wie herrlich ist dein Name in allen Landen!

Psalm 8,2.3a.b.4-10

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. …

Kyrie
Ehre sei Gott…
Allein Gott in der Höh sei Ehr

Schriftlesung Jakobus 4,13-17:

13.      Nun aber zu euch, die ihr sagt: »Heute oder morgen werden wir in die und die Stadt reisen! Dort werden wir ein Jahr lang Geschäfte machen und viel Geld verdienen

14.      Woher wisst ihr denn, was morgen sein wird? Was ist euer Leben? Es gleicht einem Dampfwölkchen, das aufsteigt und sich sogleich wieder auflöst.

15.      Sagt lieber: »Wenn der Herr es will, werden wir noch leben und dies oder jenes tun

16.      Ihr aber seid stolz und überheblich; und ein solcher Stolz ist verwerflich.

17.      Im Übrigen gilt: Wer die Zeit und die Mittel hat, Gutes zu tun, und es nicht tut, macht sich schuldig.

Wochenlied: EG 293,1-2:
Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all

Predigt

Das Kratzen einer Feder auf Pergament ist zu hören. Schnell, exakt und direkt. Jeder Strich, der seinen Weg auf das Pergament findet, ist vorher wohl überlegt und gut bedacht. Nichts geschieht hier aus purem Zufall oder aus Versehen. - Gewissheit und Klarheit sind am Werk.

Doch Klarheit braucht Zeit! Das weiß der Mann, der mit seinen Aufzeichnungen innehält. In die Stille sagt er:

„Ich muss das deutlicher und klarer aufschreiben. Ansonsten wird das keiner verstehen und es verfehlt sein Ziel“.

Der, der das gerade gesagt hat, steht von seinem Stuhl am Tisch auf und geht seinen Weg durch das Zimmer. Die Arbeit am Schreibtisch, seine Denkarbeit, seine Gedanken, haben sich in Bewegung umgesetzt und werden so zum Gedankengang durchs Zimmer. So geht er also, und überlegt, formuliert, verwirft, erinnert sich und denkt:

„Ich schreibe, weil ich Jesus erlebt habe, weil ich von seiner Botschaft, seinem Leben berichten muss. Ich kann nicht anders, denn die gute Botschaft muss doch bleiben und weitergetragen werden. Sie muss - und sie wird sich durchsetzen gegen all die Irrlehren. Diese Schwärmer, sie haben doch nichts, rein gar nichts verstanden, als sie noch zu uns gehörten. - Jetzt, da sie sich von unserer Gemeinschaft getrennt haben, wollen sie die Wahrheit verkünden!

Ihre Wahrheiten, die nichts als Fantastereien sind.

Die Wahrheit ist allein bei Gott, in Jesus.

An mir liegt es, die Gemeinschaft zu warnen und zu schützen.

Sie laufen Gefahr, sich von diesen Irrlehren beeinflussen zu lassen, weil ihnen einfache Antworten in einem schweren und unverständlichen Leben vorgegaukelt werden….“ (Und wieder haben wir so eine Zeit, in der Menschen sich mit einfachen Antworten verführt werden. Ich bin Dankbar, dass dieser Tage über 300.000 Menschen dagegen protestiert haben. – Da war wohl der Hl.Geist auch nicht ganz unschuldig daran!) -

„…Dabei haben wir doch das Wichtigste doch schon!

Es ist nur so schwer zu fassen.“

Mit ernstem Gesicht setzt er seinen Weg fort und grübelt, was er selber durch und mit Jesus erlebt hat, was er jetzt erlebt und auch darüber, was einmal werden wird.

Mitten im Laufen und Grübeln, hellt sich sein Gesicht auf, er lächelt:

„Kinder“ denkt er „liebe Kinder, es ist doch die Liebe Gottes, die uns zusammenführt und hält.

Gegen alle Angriffe, von denen, die nicht verstehen, dass allein in Jesus ein Zusammenleben und Leben möglich ist.

Jesus ist doch nicht umsonst als Mensch auf die Welt gekommen. Ich hab's doch erlebt, wie Jesus unter uns Menschen wirkte.

Erst durch ihn merkten wir, dass es auf ganz andere Sachen ankam, als wir anfangs dachten.

Was nutzt denn Geld, wenn es an Liebe fehlt!“

(Wie lautet doch gleich die Jahreslosung? ‚Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe!‘) „…Was ist dein Leben, wenn du keinen weißt, der dir deine Fehler vergibt, und du sie wie ein Stein mit dir rumschleppst.

Jesus ging es nicht darum, dass einer größer ist als der andere, sondern dass wir alle gleich viel sind. durch ihn wurde uns Gott verständlicher, weil doch im Umgang mit diesem Menschenkind Jesus für uns klar wurde, dass unser Zusammenleben von Gottes Liebe gekennzeichnet ist. Durch seine Liebe entzündete sich in unserem Herzen seine Idee, Geschwisterliche Liebe nämlich!

Aufeinander achten, vorsichtig miteinander umgehen, aufeinander hören, - auch kritisieren, aber nicht verletzen.

Und vor allem, an einem Strang ziehen, so wie‘s eben jeder kann. Tja, er entzündete durch seine Liebe in uns, sein Leben!“

Er schüttelt den Kopf, atmet laut durch die Nase und setzt seinen Gang fort.

„Leben“ denkt er weiter „sie wissen zwar alle, dass ihnen ihr Leben durch Gott geschenkt ist, aber sie scheinen vergessen zu haben, was das ist: Gott-geschenktes Leben. (Ich weiß das, nachdem ich vor ein paar Jahren operiert wurde und es 50:50 stand dieses zu verlieren!)

Es ist doch kein einmaliges Handeln von Gott, und dann meldet er sich nie wieder.

Leben, das ist doch nicht einfach nur Dasein und Atmen. Jesus lebte als Mensch unter uns und zeigte, was Leben ist:

Leben ist: jede Sekunde, jeden Atemzug, jede Handlung Gott verdanken und das nicht verheimlichen!! Mit diesem unserem Leben, Gott verkünden. Aber nicht nur mit Worten - allein weil es unsere Pflicht ist. Nein, weil er und wir nicht anders können!

Gott selbst ist unter uns, ist in uns. Das hat doch Folgen. Gott hat eben nicht einmalig unser Leben in Gang gesetzt.

Er ist Leben. Und das ist das ewige Leben!

Ewig nahe bei Gott, denn hier auf der Erde ist er doch in unserem Herzen, verändert unseren Umgang miteinander und wurde, so auch für andere, merkbar!

(Und wenn wir nicht mehr auf dieser Erde sind, dann werden wir noch näher an seinem Herzen sein. Eben Ewig nahe!)

Wenn Sie doch endlich davon überzeugt währen –

Er hat den Erweis, ein Zeugnis seines Handelns und seiner Liebe, längst gebracht. Aber wie sag ich's ihnen richtig?“

Er läuft durch das Zimmer und seine Augen sprühen Funken, als er sich an seinen Schreibtisch setzt und die Feder wieder zu kratzen beginnt. Schnell, exakt und direkt. Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. „Genau“ denkt er, „genau so und nicht anders!“ Und dann setzt er noch dazu: „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben eben nicht!“

Das Kratzen der Feder ist zu hören, und der Mann schreibt, mit heißen Händen und sprühenden Augen.

Später, z. B. am 21. Januar 2024, wird man diese Worte, die er da geschrieben hat, neu bedenken - als die Worte aus dem ersten Johannesbrief (5,11-13). Liebe Schwestern und Brüder, ob die eben beschriebenen „Gedankengänge“ die wirklichen des Verfassers waren, möchte ich nicht behaupten. Aber wissen Sie, dieser Brief atmet eine Kraft und eine Stärke, gegen die man sich schwerlich wehren kann. Als hätte er es darauf angelegt, keinen Widerspruch und Fragen aufkommen zu lassen, verkündet er die Wahrheit, die er bei Gott findet. Ganz einfache Worte nutzt der dazu, um die größten Dinge der Welt so zu sagen, dass es einem den Atem nehmen kann – und die Phantasie ankurbelt.

Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben eben nicht!

Ja, das Leben! Pause!

Dass dieser Text relativ am Anfang des Jahres steht, scheint mir ja sehr passend zu sein.

Wir befinden uns noch in der glücklichen Zeit, in der es etwas langsamer zugeht.

Der Alltag hat noch nicht so ganz zugeschlagen, und die guten Überlegungen fürs Jahr sind noch nicht ganz vergessen.

Aber in diesem neuen Jahr … - !, haben viele gedacht und dabei auf ihr bisheriges Leben zurückgeschaut.

Tja, was ist ab diesem Jahr, mit unserem Leben? Was wird sein? Was werden wir haben? Und in einer Zeit, in der Fragen wie diese Platz haben, steht dieser Text, der Grundlegendes zum Leben sagt und damit mein persönliches Leben zum Thema macht. Denn immer noch sitzt, in meinen Gedanken Johannes, schreibend am Tisch. Und als er kurz mit dem Schreiben innehält, schaut er auf, und ich sehe seine sprühenden Augen und höre wie er mich fragt: „Und du? Bist Du nur da und atmest, oder hast Du das Leben? - Hast Du den Sohn?“

So fragt Johannes – wie lässt sich darauf antworten?

Lasst uns beten mit Worten aus dem 139. Psalm:

„Gott, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; Du verstehst meine Gedanken von ferne. Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigen Wegen.“

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen in Christus Jesus.

        AMEN

EG 351,1/5/7/13:
Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich

Gebet:
Herr, unser Gott, Du hast die Glaubenden, dein Volk, auf Dem Weg durch die Zeiten begleitet.

Du hast uns in der Vergangenheit immer wieder gestärkt, wo wir vor Dir still geworden sind und auf Dich gehofft haben.

Du hast uns gesättigt und begleitet auf unserem Weg.

Bleibe bei uns mit Deinem Schutz, in unseren Tagen und führe uns zur ewigen Vollendung in Deinem Reich.

Alle meine Wünsche an Dich, unseren Dank und unsere Fürbitte umschließt das Gebet, das wir in Deinem Namen gemeinsam sprechen:
Vaterunser

EG 541,1-3:
Von Guten Mächten treu und still umgeben

Abkündigungen

Segen

Akkordeon-Nachspiel

 

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